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Solidarität in der globalen Gesellschaft || Solidarity in the global society

Dialog und Befreiung in einer digitalen Zukunft || Dialogue and liberation in a digital future

Keynotes: Christel Adick || Rita Braches || Walter Kohan || Joachim Schröder

14. bis 16. Oktober 2021

Paris Lodron Universität Salzburg (AT)

Fachbereich Erziehungswissenschaft – Schwerpunkt Bildungsforschung

Kultur- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät

Call for Papers (NEUE DEADLINE 14.6.2021)

English version below

Paulo Freire war Wegbereiter und Erneuerer zahlreicher gesellschaftlicher Prozesse weltweit. Bekannt wurde er durch sein in zahlreiche Sprachen übersetztes Buch „Pädagogik der Unterdrückten“. Mit der von ihm entwickelten dialogisch-situativen Methode gelang es, innerhalb von 40 Unterrichtsstunden erwachsene Analphabeten zu alphabetisieren. Nach dem brasilianischen Militärputsch wurde er deswegen inhaftiert und später in die Verbannung geschickt. Erst als letzter Exilierter durfte er nach der Re-Demokratisierung Brasiliens in seine Heimat zurückkehren. Seine Impulse für innovative Denkansätze sind vielfältig und nötiger denn je. In unserer Zeit stellen durch Globalisierung und Digitalisierung bedingte globale Transformationen eine Herausforderung für sämtliche Bereiche unseres Lebens dar. Weder eine generelle Ablehnung derartiger Entwicklungen noch ein naiver, unkritischer Fortschrittsglaube können konstruktive Anregungen für eine menschenwürdige Zukunft anbieten.
Anlässlich des 100. Geburtstages von Paulo Freire wollen wir dessen theoretische und methodische Ansätze aufgreifen sowie deren Relevanz vor dem Hintergrund aktueller Themen herausarbeiten. Die Tagung „Solidarität in der globalen Gesellschaft. Dialog und Befreiung in einer digitalen Zukunft“ nimmt sich zur Aufgabe, zentrale Konzepte des
weltweit einflussreichen Pädagogen und Gesellschaftswissenschaftler aus Brasilien für einen angemessenen Umgang mit aktuellen Entwicklungen fruchtbar zu machen. Sein dialogisch situativer Ansatz bietet für diese Überlegungen zahlreiche theoretische und praktische Anregungen: Freires Kampf für Gerechtigkeit und Solidarität – und damit gegen
Unterdrückung – ist beispielhaft für eine radikale Kritik am bestehenden, postkolonialen neoliberalen System und eröffnet uns neue, die bisherigen Grenzen überschreitende Möglichkeiten. Welche Rolle spielen Solidarität, Dialog und Befreiung in einer globalen und digitalen Zukunft? Inwiefern eignen sich diese Konzepte um aktuelle Entwicklungen in Frage zu stellen? Welche Chancen könnte eine digitalisierte globale Zukunft für ein solidarisches, dialogorientiertes und herrschaftskritisches Miteinander mit sich bringen?

Neben diesen zentralen Fragen eröffnet sich ein breites Spektrum an weiteren Fragestellungen für diese Tagung:
● Was bedeutet Solidarität in einer globalisierten und digitalisierten Weltgesellschaft? ● Welche subjektiven Positionierungen bzw. Einstellungen in der Gesellschaft bestehen aktuell gegenüber Solidarität? ● Inwiefern kann von einer Solidarität mit der Natur gesprochen werden? Inwiefern sind bei Freire Ansätze zu finden, in denen der Begriff der Natur in einer solidarischen Gesellschaft mitgedacht werden kann? ● Wie könnten Lern-/ Bildungsprozesse im Sinne einer Pädagogik der Solidarität gestaltet werden? ● Inwiefern wird kollektives, solidarisches oder gesellschaftsveränderndes Handeln durch aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen unterstützt oder verhindert? ● In welchem Verhältnis stehen in Freires Verständnis Solidarität, Dialog und Befreiung zueinander? ● Wie stellt sich der von Freire gelebte Kampf gegen Unterdrückung und Armut gegenwärtig dar? Welche Rolle spielt hierbei Gewaltfreiheit?
● Welche Mittel der Bewusstseinsbildung auf dem Weg zur mündigen Bürgerin – im Sinne von Freire – sind mit Blick auf die sogenannte digitale Zukunft essenziell? ● Welche Chancen und Risiken birgt die so genannte „digitale Zukunft“ für eine solidarische Bildungspraxis / für einen solidarischen Bildungsbegriff? ● Welchen Stellenwert nehmen Dialog und Befreiung in einer digitalen Zukunft ein? ● Wann wirken digitale Praxen befreiend, wann unterdrückend? ● Welche (weiteren) Aspekte von Freires Theorien können für eine kritisch-reflexive Bildungsforschung und Bildungspraxis in emanzipatorischer Perspektive fruchtbar gemacht werden? ● Welche Impulse gehen von Freires dialogisch-situativem Ansatz aus in die Bereiche Erwachsenenbildung, Schule, Soziale Arbeit und Theologie?

Im Sinne der grundlegenden Ideen der Pädagogik Paulo Freires, hoffen wir für unsere Tagung mit unserem Call for Papers Neugierde und Interesse zu wecken, kreative Ideen anzustoßen und kritisches Denken sowie politisches Handeln zu evozieren. Beiträge Für verschiedene Panels: 15–20 Minuten je Paper. Abstracts mit Titel, Namen der Autorinnen und Zusammenfassung (max. 200 Wörter) können in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden.

Bitte senden Sie diese bis zum 14. Juni 2021 per E-Mail an:
PauloFreire100Jahre@sbg.ac.at

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an das Organisationsteam:
PauloFreire100Jahre@sbg.ac.at

Call for Papers

Paulo Freire was a pioneer and innovator of numerous social processes worldwide. He became known through his book „Pedagogy of the Oppressed“, which has been translated into various languages. With the dialogical-situational method he developed, it was possible to alphabetize adult illiterates within 40 hours of instruction. After the Brazilian military coup, he was imprisoned for this and later sent into exile. Only as the last exile was he allowed to return to his homeland after the re-democratization of Brazil.

His impulses for innovative approaches are manifold numerous and more necessary than ever. In our time, global transformations caused by globalization and digitalization pose a challenge for all areas of our lives. Neither a general rejection of such developments nor a naive, uncritical belief in progress can offer constructive suggestions for a humane future.

On the occasion of Paulo Freire’s 100th birthday, we want to take up his theoretical and methodological approaches and work out their relevance against the background of current topics. The conference „Solidarity in the Global Society. Dialogue and      Liberation in a Digital Future“ is aimed at making central concepts of the globally influential educator and social scientist from Brazil fruitful for an appropriate handling of current developments. His dialogical-situational approach offers numerous theoretical and practical suggestions for these considerations: Freire’s struggle for justice and solidarity – and thus against oppression – is exemplary for a radical critique of the existing, post-colonial neoliberal system and opens up new possibilities for us that go beyond previous boundaries.

What role do solidarity, dialogue and liberation play in a global and digital future?    To what extent are these concepts suitable for questioning current developments? What chances could a digitalised global future bring for a solidary, dialogue-oriented and critical cooperation?

In addition to these central questions, a broad spectrum of further questions opens up for this conference:

  • What does solidarity mean in a globalised and digitalised world society?
    • Which subjective positions or attitudes in society are currently opposed to solidarity?
    • To what extent can we speak of solidarity with nature? To what extent are Freire’s approaches able to include the concept of nature in a society based on solidarity?
    • How could learning/educational processes be designed in the sense of a pedagogy of solidarity?
    • To what extent is collective, solidarity-based or society-changing action supported or prevented by current social developments?
    • What is the relationship between solidarity, dialogue and freedom in Freire’s   understanding?
    • How does Freire’s struggle against oppression and poverty present itself? What role does non-violence play in this?
    • What means of raising awareness on the way to becoming a responsible citizen – in the sense of Freire – are essential in view of the so-called digital future?
    • What opportunities and risks does the so-called „digital future“ hold for a solidary educational practice/for a solidary educational concept?
    • What significance do dialogue and liberation have in a digital future?
    • When do digital practices have a liberating effect, when do they have a suppressive effect?
    • Which (further) aspects of Freire’s theories can be made fruitful for a critically reflective educational research and educational practice in emancipatory perspectives?
    • What impulses do Freire’s dialogical-situational approach give to adult education, school, social work and theology?

In the spirit of the fundamental ideas of Paulo Freire’s pedagogy, we hope that our  Call for Papers will arouse curiosity and interest, trigger creative ideas and evoke critical thinking and political action.

Contributions

For different panels: 15-20 minutes per paper.

Abstracts with title, names of authors and abstract (max. 200 words) can be submitted in German or English. Please send them by e-mail until 14 June 2021                                 

PauloFreire100Jahre@sbg.ac.at

If you have any questions, please contact the organization team:

PauloFreire100Jahre@sbg.ac.at

 
 

Organisationskomitee

In cooperation with:

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Die Veranstaltung wird gefördert von

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